Biedenkopf

Biedenkopf

Der Luftkurort Biedenkopf liegt im oberen Lahntal an der Grenze zur Nordrhein-Westfalen. Bis zur Gebietsreform im Jahr 1974 war Biedenkopf Kreisstadt des Kreises Biedenkopf unter dem Regierungsbezirk Darmstadt. Urkundlich erwähnt wurde die Stadt nachweislich erstmals 1196. Doch nicht als Stadt, sondern als Name eines Zeugen in einer Kölner Urkunde: "Hartmuthdus de Biedencaph". Zusammen mit der Kernstadt und den acht weiteren Stadtteilen: Breidenstein, Dexbach, Engelbach, Katzenbach, Kombach, Wallau und Weifenbach hat Biedenkopf in etwa 14.000 Einwohner. 

Da die kargen Böden in Biedenkopf die Bevölkerung nicht ernähren konnten, bezog man sein Einkommen vorwiegend aus dem Handwerk und Handel. Biedenkopf war sehr bekannt für seine Eisenverarbeitung, Tuchmacherei, Färberei und dem Handel mit Gewürzen. In den umliegenden Gemeinden werden Biedenkopfer aus diesem Grund als "Peffermänner" bezeichnet. 

Das Wahrzeichen der Stadt ist das Schloß über der Stadt, dessen Entstehung bis ins 12.Jhd. zurück belegt datiert werden kann. Biedenkopf bietet, neben dem Schloß, noch viel mehr Sehenswürdigkeiten, die ich ihnen auf dieser umfangreichen Webseite vorstellen möchte.

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Album Stadt Biedenkopf 

Historische Daten

1122 Herrschaft
Durch die Heirat der Tochter des letzen Grafen Giso kommt das Land rund um Biedenkopf unter die Herrschaft der Landgrafen von Thüringen. Zur Festigung ihrer Macht errichteten sie eine Burg (vermutlich - möglich ist es auch, dass die Vorgängerburg durch die Herren von Hohenfels errichtet worden ist, die häufig im Streit mit den Gisonen (?) aus Elmshausen gelegen haben. Sie verlegten irgendwann ihren Sitz von Hohenfels bei Allendorf nach Biedenkopf - ob es stimmt, weiß ich nicht. Streit und gewaltsame Auseinandersetzungen sind jedenfalls belegt.).
1196 Ersterwähnung
wird Biedenkopf zum ersten mal erwähnt. Allerdings nicht als Stadt/Ort, sondern im Namen eines Zeugen unter einer Kölner Urkunde. Harmuthdus de Biedencaph. 
1232
Erwähnungen
Im Zuge zu den Befragungen zur Heikigsprechung der Landgrafenwitwe Elisabeth wurde auch eine Zeugin, Margerit, aus Biedenkopf erwähnt. Villa de Bied(t)encaph
https://archive.org/details/quellenstudienz00huysgoog/page/n6 Seite 230
Weitere Erwähnungen

Als villa (Herrschaftssitz, Großer Hof, Gutshaus,..) erwähnt 1232

  • Bietencaph, de (1251)

Seit 1254 belegt als Oppidum (Stadt)

  • Bidencaph (1254) (Siegel belegt 1266)
  • Beydencap (1259)
  • Bydenkapf (1314)
  • Biedinkap (1502)
  • Biedencopf (1630)
>= 1233 Landgräfliche Stadtgründung nach 1233
1248 Die hessischen Besitzungen von Thüringen trennen sich vom landgräflichen Besitz
1254 In einer Urkunde wird Biedenkopf als "castrum et oppidum Biedencaph" bescrhieben und somit als Stadt (Oppidum) bezeichnet. Wann Biedenkopf die Stadtrechte erhalten hat, ist nicht bekannt. 
Im gleichen Jahr wird Biedenkopf als Pfand für die Mitgift der Landgräfin Elisabeth an Albert von Braunschweig eingesetzt. Gleich eine ganze Stadt als Pfand anzubieten war zu jener Zeit keine unübliche Angelegenheit. Biedenkopf wurde mehrmals im Laufe der Geschichte als Pfand "hinterlegt".
1250 - 1266 stadtsiegel1259Stadtsiegel von Biedenkopf mit der Inschrift "SIGILLUM BURGENSIUM IN BIEDENCAPH"
Bekannt seit 1250, belegt seit 1266 als urkundliches Siegel. 
1302  Bis zur 1.Hälfte des 13.Jhd. wird Biedenkopf ist Biedenkopf dem Zent Dautphe zuzurechnen. 1302 wurde Biedenkopfer Amtsmann (officialis) das erste mal erwähnt. Die Amtsherrschaft war zunächst landgräflich. 
1316  Burg und Stadt sind an den Bischof, Ludwig von Münster verpfändet
1353, 1356 und 1360 Verpfändung von Stadt und Burg, unter Vorbehlat jederzeitiger Wiedereinlösung, an Wigand von Sichtershausen und Johann von Breidenbach.1353 und 1360 zugunsten von Johann von Breidenbach.
1385 Kraft von Hatzfeld "bekennt sich" (behauptet wohl), dass Gerlach und Johann von Breidenbach zwei Drittel, er selbst ein Drittel an Stadt, Burg und Land Biedenkopf zu Pfand haben. 
Es folgten noch viele weitere Verpfändungen, die ich hier nicht alle einzeln auflisten vermag. 
Gelistet sind sie auf den Seiten von Lagis zu finden
ab ~1340 Bürger der zwei kleinen ehemaligen Dörfer Druckershausen und Gonzenhausen siedelten sich nach und nach in der "Vorstadt" an. Da die Dörfer aufgegeben worden sind, heute sind nur noch sehr wenige Überreste bekannt (ein alter Brunnen als Beispiel beim Röhrs-Gründchen), vergrößerte sich der Waldbesitz von Biedenkopf. Die Vorstadt waren die freien Räume vor der Stadtmauer. Die heutige Hainstraße war der ersten Siedlungsraum für die neuen Bürger. Grund für die Aufgabe der Dörfer war wohl die immer attraktiver werdende "Industrie" in Biedenkopf. Während man sich in Druckershausen und Gonzenhausen auf den kargen Feldern fürs Überleben schinden musste, wurde in Biedenkopf schon viel Geld mit dem Tuchmacherhandwerk verdient. Vermutlich war die Aussicht auf ein wirtschaftlich besseres Auskommen der Grund. Aufzeichnungen darüber gibt es keine. Eine dritte, vom Namen unbekannte, Siedlung wird vermutet. Sie soll sich Nahe des Stefanborns befunden haben. 
1455 1455 verlor die Burg die Bedeutung zur Landesverteidigung. Landgraf Ludwig I., auch der Friedsame genannt, erläßt von der Burg aus eine Gerichts- und Polizeiordnung für Hessen. 
1518 Wütet auch in Biedenkopf die Pest. Über die Opferzahlen ist mir nichts bekannt. 
1526 Die Reformation wird eingeführt und somit endet die Amtszeit des letzten katholischen Pristers Ernst Banff. Gerlach Walther wird erster ev.-luth..Geistlicher in Biedenkopf.
1531 Erster Schulmeister Johannes Bremer wird erwähnt
1563 Wegen der Pest in Marburg, wird die dortige Universität vorübergehend nach Biedenkopf verlegt. 
1567 Nach dem Tod des Landgraf Philipp des Großmütigen kommt Biedenkopf mit seiner Umgebung an Hessen-Marburg.
1604 Ein anderer Todesfall, Landgraf Ludwig IV., sorgt dafür, dass Biedenkopf mit dem Erba an Hessen-Kassel fällt.
1611 Erneut verlegt man die Universität von Marburg nach Biedenkopf. Wieder gibt die in Marburg ausgebrochene Pest den Grund dazu. 
1618 - 1648 Zeit des 30 jährigen Kriegs
1635 Kommt es zur Feuersbrunst in der Stadt, die 62 Häuser vernichtete - das waren so gut wie alle zu jener Zeit
1637 Die Pest wütet erneut in Biedenkopf. 
1647 1647 wurde die Stadt durch kaiserliche Truppen geplündert. Anschliessend äscherten die kaiserlichen Truppen noch 72 Wohnhäuser, 45 Scheunen und 24 Nebengebäude ein.

Mehr aus Biedenkopf

 

Panorama Stadt Biedenkopf 

Aufgenommen am 10.9.2019 vom Standort "Kolumbustempel"

 

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Amselborn

1896 wurde dieser Brunnen vom "Verein zur Hebung des Fremdenverkehrs" erbaut. Über dem Brunnen befindet sich eine Zisterne, wo es auch eine Pumpe gegeben haben könnte.

Diese Zisterne ermöglichte es bis nach dem 2.Weltkrieg das darunter gelegende Waldhotel Berggaren und auch das Hotel Tannenhäuser mit Frischwasser versorgen. Das Hotel Tannehäuser machte sogar Werbung mit elektrischem Licht und frischem Gebirgsquellwasser. 

Der Brunnen versorgt auch die im gleichen Zeitraum angelegte "Felsenfontäne" mit Wasser. Der Druck für die Fontäne wird heute mit einer kleineren Zisterne erzeugt. Früher floss das Wasser aus einem Löwenkopf, der aus Kupfer gefertigt war. Doch dieser ist entwendet worden. 

Im Jahr 2000 wurde diese Anlage und die darunter gelgene Felsenfontäne durch die Gruppe der "Pensionäre und Rentner" (Pur) gründlich saniert.  

Arnoldsborn

Die Gegend, wo sich der Brunnen befindet wird "Im Arnoldsgrund" genannt. Daher leitet sich der Name des Brunnen ab, der sich auf dem Weg zwischen den Hochbehältern auf der Eckeseite und Goldkiste befindet.

Leider ist dieser Brunnen in einem sehr desolaten Zustand und müsste dringend erneuert werden. Über die Entstehung und Baujahr ist leider nichts bekannt.

Wir selbst haben diesen Brunnen in meiner Kindheit dazu genutzt um unser Wochenendhaus in der Nähe mit Frischwasser zu versorgen. Aufgrund des sehr schlechten Zustand würde ich heute kein Wasser aus diesem Brunnen trinken.

Unterkategorien

In Biedenkopf und in Biedenkopfs Wäldern sind viele Brunnen angelegt worden. 

An dieser Stelle finden Sie Fotos und, sofern möglich, auch eine Beschreibung dieser Brunnen. Die meisten Informationen zu den Brunnen habe ich aus dem Buch "Auf Biedenkopfer Spuren" von Thomas Böhle entnommen, welches vom Hinterländer Geschichtsverein herausgegeben wird.Das Buch kann man durchaus empfehlen. Es werden auch vergangene Orte beschrieben, die nicht mehr vorhanden sind. Sollte bei keinem "Birreköpper" fehlen.  

Bezogen werden kann es über die ISBN-Nr: 978-3-00-03637-5 - Link: Band 10

Biedenkopf hat mehrere Religionsgemeinschaften. Hier werde ich die Kirchen der evangelisch-lutherischen und der römisch-katholischen Kirchgengemeinde aufführen. 

Weitere Religionsgemeinschaften sind die freie evangelische Geminde mit dem Gemindehaus in der Schulstraße und dem "Lifetime" in der Hainstraße, sowie die "Yunus Emre Cmii"-DITIB-Moschee in der Industriestraße. Das ich diese auslassen werde, hat nichts mit der Religionsrichtung zu tun. Es ist einfach dem geschuldet, dass die Gebäude von außen einfach nicht attraktiv genug sind um sie im Bild festzuhalten. 

Die Sackpfeife ist der 673m hohe Biedenkopfer "Hausberg". Auf dem bewaldeten Berg befinden sich ein Freizeitzentrum, ein Wintersportgebiet, der Kaiser-Wilhelm II. Turm, der eine wunderbare 360° Aussicht über das große Waldgebiet bietet, der Frühstücksplatz des ersten Grenzgangstages und vieles mehr. 

Da es auf der Sackpfeife, der lustige Name stammt vermutlich daher, weil der Wind auf dem Berg immer so stark "Pfeift", so dass man an einen Dudelsack denken mag, mehrere Sachen gibt, habe ich eine eigene Kategorie angelegt.